Der Bettler und der Buddha

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Dieses jahrtausendalte, thailändische Märchen, enthält Schlüssel-Weisheiten für das Leben, die bis heute uneingeschränkt Gültigkeit haben.

Es war einmal ein junger Bettler.

Wie so oft, legte er sich hungrig schlafen, weil zu allem Unglück eine Maus ein Stück von seinem Brot gestohlen hatte.

Nachts träumte er, dass er die Augen öffnen würde und direkt vor seiner Nase die Maus saß.

Er fragt die Maus, warum sie von seinem Brot stahl und nicht vom Brot reicher Leute, die sowieso genug haben.

Die Maus antwortete, das läge an seinem Schicksal.

Was das mit seinem Schicksal zu tun hätte, wollte der Bettler wissen.

Die Maus antwortete, dass wisse sie auch nicht, so etwas könnte man nur einen Buddha fragen.

Der Bettler wurde wütend und in dem Moment wachte er auf.

Der Traum war so real, dass er schaute, ob die Maus nicht tatsächlich direkt vor seinem Gesicht saß.

Am nächsten Morgen, entschied der Bettler zum Buddha zu pilgern. Er musste etwas tun, um sein Schicksal zu ändern.

Eines Tages wanderte er bis spät in die Nacht. Es war kalt und er war hungrig.

Irgendwann kam an der einsamen Straße das einzige Haus. Offensichtlich war es von wohlhabenden Leuten.

Der Bettler hatte Angst abgewiesen zu werden. Hunger und Kälte zwangen ihn seine Angst zu überwinden.

Widererwarten wurde er von einem netten Ehepaar eingelassen und eingeladen etwas zu essen.

Die Leute wollten wissen, was er machte und so erzählte er, dass er den Buddha aufsuchen will, um diesen nach Rat zu fragen.

Daraufhin fragten die Leute, ob er dem Buddha eine Frage von Ihnen stellen könnte. Selbstverständlich willigte der Bettler ein.

Das Ehepaar hatte eine fast erwachsene, wunderschöne Tochter, die nicht sprechen konnte und sie wollten wissen, wie sie dieses Problem lösen könnten.

Am anderen Tag zog der Bettler weiter.

Eines Tages gelangte er an den Rand eines riesigen Gebirges, dass er nicht bezwingen konnte.

Verzweifelt setzte er sich an den Wegrand und beobachtet einen alten Mann mit langem weißen Bart und zwei Wanderstöcken und jede Menge Gepäck.

Er sei Zauberer, stellte er sich vor und wollte vom Bettler wissen, was der vor hatte.

Der Bettler erzählte ihm von seiner Reise und seinem Ziel.

Der Zauberer bot an, ihn über das Gebirge zu bringen, wenn er im Gegenzug dem Buddha eine Frage von ihm stellen könnte.

Der Bettler willigte ein. Der Zauberer wollte wissen, was er tun müsse, um in den Himmel zu kommen. Seit über 1000 Jahren versuche er das, aber es sei unmöglich für ihn.

Und dann gab ihm der Zauberer Schuhwerk, Proviant und einen seiner Stöcke und führte ihn auf einen verborgenen Weg durchs Gebirge. Als der Bettler den Stock berührte, durchströmte eine sonderbare Wärme und Energie seinen Körper.

Auf der anderen Seite, gab er dem Zauberer den Stock zurück. Dann durchwanderte der Bettler eine riesige Ebene, bis er eines Tages auf eine Seenplatte stieß.

Verzweifelt setzte er sich auf einen Stein. Plötzlich begann der Stein sich zu bewegen und der Bettler erschrak fürchterlich.

Er hatte sich versehentlich auf eine Riesen-Schildkröte gesetzt.

Diese schaute ihn an und er hörte eine Stimme fragen, was er vor hatte. Es schien ihm, dass diese Stimme von der Schildkröte kam.

Da weit und breit niemand war, erzählte er der Schildkröte von seiner Reise und seinem Vorhaben.

Die Schildkröte bot an, ihn über das Wasser zu bringen, wenn er dem Buddha eine Frage von ihr stellen würde.

Die Schildkröte wollte wissen, was Sie tun müsse, um ein Drache zu werden. Seit 500 Jahre suche sie vergeblich nach der Lösung.

Der Bettler versprach ihr, die Frage zu stellen und die Schildkröte brachte ihn über das Wasser an das andere Ufer.

Wenige Wochen später erreichte der Bettler sein Ziel, den Buddha.

Auf einem kleinen Hof eines Klosters hatten sich mehrere Pilger eingefunden, die alle den Buddha um Rat fragen wollten.

Der Buddha hielt eine kleine Ansprache und versprach jedem Audienz zu gewähren. Er würde aber maximal 3 Fragen beantworten.

Dem Bettler blieb das Herz stehen. Jetzt steckte er in der Klemme.

Nach reiflicher Überlegung, entschied er die Fragen seiner Helfer zu stellen und auf seine eigene Frage zu verzichten. Das Schicksal seiner 3 Helfer erschien ihm auf einmal schlimmer, als sein eigenes.

Er würde zurück gehen und weiter als Bettler leben und sich irgendwie durchwurschteln.

Als er an die Reihe kam, beantwortete der Buddha seine drei Fragen. Für alle 3 hatte er eine erstaunliche Antwort.

Am nächsten Tag machte sich der Bettler auf die Heimreise.

Als erstes, begegnete er wieder der Schildkröte, die schon auf ihn wartete.

Er berichtete ihr die Antwort auf ihre Frage.

Sie müsse die Geborgenheit Ihres Panzers aufgeben und ihren Schutzbereich verlassen, dann würde sie ein Drache werden.

Die Schildkröte zögerte kurz, dann zwang sie sich aus Ihrem Panzer heraus. Nach ein paar Minuten, verwandelte sie sich in einen Drachen und flog davon.

Im Panzer entdeckte der Bettler eine Unmenge von riesigen schneeweißen Perlen. Alle in den Untiefen der Meere gesammelt im Laufe von 500 Jahren.

Der Bettler nahm den Schatz an sich und wanderte weiter.

Am Gebirge traf er den Zauberer und berichtete ihm die Antwort des Buddha.

Der Zauberer würde an allem festhalten, was er hatte und es ständig mit sich herum schleppen. Das würde ihn in der materiellen Welt gefangen halten. Wenn er sich von den materiellen Dingen trennen könnte, käme er in den Himmel.

Der Zauber gab dem Man seine sonderbaren Stöcke und sein Gepäck. Dann sprang er von einem Felsvorsprung und anstatt abzustürzen schwebte der Zauberer in den Himmel, bis er nicht mehr zu sehen war.

Einige Zeit später, kam der Bettler an das Haus der reichen Leute, mit der stummen Tochter.

Er berichtete Ihnen, dass die Tochter sprechen würde, wenn Sie den für sie bestimmten Mann gefunden hätte.

Während er berichtete, kam die Tochter gerade die Treppen herunter.

Als sie den Bettler sah, fragte sie ihre Eltern: Ist das nicht der junge Mann, der vor kurzem bei uns war?

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